Es begann Ende 2008 zur Vierschanzentournee. Damals, als Sechsjähriger, war ich so fasziniert, das ich immer wieder eine Kiste, als Abstoßbalken, auf der Couch platzierte und die Kante als Absprung nutzte, bis die Sprünge einfach zu weit gingen.

Da kam das Casting im Februar 2009 beim SFV Rothenburg zum richtigen Zeitpunkt. Nach einigen Abfahrten von der K 7 und K 15, fragte ich den Trainer Patrick Valentin, wann es endlich auf die Schanze zum Springen geht und dann ging es endlich auf der Zwergenschanze los, der erste Sprung war bei ca. 3 m gestanden und es folgten unzählige Sprünge an diesem Tag. „Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht und so bin ich dabei geblieben“, weil ich schnellst möglichst von der großen Peter-Ott-Schanze (K34) springen wollte.

Die ersten Wettkämpfe bestritt ich in Harzgerode, Rothenburg und Braunlage. Ich galt schon als Anwärter auf den „Holzplatz“, da ich immer wieder Platz 4 belegte. Dann kam meine große Stunde in Benneckenstein auf der K12, ich schaffte es erstmals auf das Podest und wurde mit einem Pokal als Dritter geehrt. Meinen ersten Sieg holte ich mir dann im August beim Internationalen Nachtspringen auf meiner damaligen Heimschanze. In der Folge konnte ich zahlreiche Erfolge für meinen Heimatverein SFV Rothenburg feiern, dabei war der größte Erfolg der Sieg bei der Zwei-Schanzen-Tournee im bayrischen Warmensteinach und Bischhofsgrün 2010.

Im Januar 2011 entschied ich mich für eine leistungssportliche Orientierung und wechselte auf Grund der Vielfalt der Schanzenanlge zum 115 km entfernten Ski-Klub Wernigerode. Mit meinem Trainer Jürgen Duschek wollte ich gern meine Flugqualitäten auf größeren Schanzen unter Beweis stellen.

Als 10-jähriger Flachländer holte ich im Jahr 2011 einen sehr bedeutenden Sieg nach Sachsen-Anhalt zum Ski-Klub Wernigerode. Ich gewann das größte Springen der Nord-Westdeutschen Skiverbände, die 5-Schanzen-Mattentournee. Diese Tournee wird in 4 Bundesländern (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen) an zwei Wochenenden gesprungen. Man kann sagen das ist die „Kleine“ Vierschanzentournee (nur 5 Schanzen) für Schüler. Ich siegte in 3 Einzelspringen und konnte noch Platz 2 und 3 belegen. Am Ende konnte ich mit 999,9 Punkten als Jüngster Sieger der Altersklasse 10/11 das gelbe Siegerleibchen in meinen Besitz nehmen.

Im Jahr 2012 holte ich mir bei der Jubiläums-Tour wiederum das Sieger-Leibchen, welche nun mein Zimmer schmückt. Der Modus der 30. Nord-Westdeutschen Mattenschanztournee wurde geändert und diese wurde zu 6 Ranglistenwettkämpfen umfunktioniert, davon gewann ich 5 Bewerbe und einmal belegte ich Platz 2. Ich habe in diesem Jahr an 25 Wettkämpfen teilgenommen und ging 19 mal als Sieger hervor und stand bei jeder Teilnahme auf dem Podium. Das schönste Gefühl war meine phantastische neue Bestleistung im bayrischen Hasselbach auf 48,0 m.

2013 war nicht ein Sieg mein größter Erfolg, sondern eine besondere Ehre, aber auch Herausforderung. Ich durfte als Vorspringer mit 11 Jahren erstmals von der St. Georg Schanze in Winterberg fliegen. Mit viel Respekt noch beim Aufstieg, aber als der Flug dann erst bei 68,0 m endete war die Freude so riesig, wie man als Mensch mit zwei Brettern so weit fliegen kann. Viele Podestplatzierungen und auch 10 Siege standen in diesem Jahr bei mir zu Buche und meine Bestleistung im Wettkampf konnte ich auf 54,0 m in Bad Freienwalde (Brandenburg) steigern.

Im Jahr 2014 hatte ich das Alter beim DSV Milka Schülercup in der Altersklasse 12 mit zuspringen, da kommen aus ganz Deutschland die Besten Skispringer zum Kräftemessen, in diesem Jahr waren es weit über 40 Adler. Ich konnte in 5 Springen an 3 verschiedenen Stationen (Winterberg, Titisee-Neustadt, Johanngeorgenstadt) die Plätze 14, 11, 13, 9 und 9 belegen. Dies gelang in den letzten Jahren keinem Sachsen-Anhaltiner. Ein weiter Höhepunkt war das erste richtige Schneetrainingslager in Rastbüchl auf einer Schanze mit einem Kalkulationspunkt von 74 m. Die Trainingsprünge mit Eis-Anlaufspur und Landung auf Schnee bei ca. 72,0 m waren die erste Vorbereitung für hoffentlich wieder ein erfolgreiches Jahr unter meinem Motto: „ALS FLACHLÄNDER HOCH HINAUS.“  Nach den Jahren 2011 und 2012 konnte ich die 32. Nord-Westdeutsche-Mattenschanzentourne mit dem Gewinn des blauen Leibchen wiederholen.
2015 war das Jahr der Entscheidung. Im Winter konnte ich meine guten Plazierungen im Deutschen Schülercup mit Gesamtplatz 13 wiederholen. Weitehin gelang es mir zum vierten Mal in Folge das hochklassige Springen zur Baumblüte in Rothenburg an der Saale zu gewinnen. Im Mai entschied ich mich den Leistungssport an der Eliteschule des Sports in Oberiwesenthal fortzuführen. Ich wechselt zum neuen Schuljar in das Internat und zur SG Nickelhütte Aue. Nun hatte ich 5-7 Trainingseinheiten pro Woche und es wurden neue Reize gesetzt.

Im Januar 2016 landete ich einen sensationellen Doppelsieig in Rastbüchl beim DSV Milka Schülercup. Und das Rastbüchl keine Eintagsfliege war konnte ich mit Platz 3 und 4 in Hinterzarten bestätigen. Im Februar wurde nochmals in Rastbüchl gesprungen und ich konnte wiederum einen Sieg und Platz 4 erspringen. Zum Finale in Ruhpolding konnte ich nochmals auf das Podest springen und errang Platz 3. In der Gesamtwertung des DSV Milka Schülercups 2015/2016 konnte ich mich auf Platz 3 einrangieren. Beim Teamspringen in Ruhpolding konnte ich mit der Mannschaft aus Sachsen den Titel "Deutscher Mannschaftsschüler-Meister 2015/2016" erringen. Durch meine sehr guten Sprünge und Plazierungen wurde ich vom Deutschen Skiverband zu den OPA-Spielen in Villach (AUT) nominiert, was für mich ein ganz tolles Erlebnis war.

Im April 2016 erhielt ich den mit 1.000 € dotierten Jens Weißflog Förderpreis, der seit 21 Jahren jährlich an einen erfolgreichen Nachwuchsathleten (12 - 15 Jahre)  in der Disziplin Skisprung verliehen wird, welchen ich direkt aus den Händen des Olympiasiegers von 2010 Jens Weißflog erhielt.

Im Mai 2016 wurde ich in den D/C-Kader des Deutschen Skiverbandes für die Saison 2016/2017 aufgenommen.

Nun hoffe ich das ich an meine gezeigten Leistungen weiter anknüpfen kann und getreu meinem Motto:  „ALS FLACHLÄNDER HOCH HINAUS“ weitere schöne persönliche Erfolge feiern kann.

 

Euer LEIF